Zinseszins-Rechner
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Ergebnis nach 20 Jahren
Kapitalwachstum
Wie funktioniert der Zinseszins?
Beim Zinseszins werden die erwirtschafteten Zinsen nicht ausgezahlt, sondern dem Kapital hinzugefügt. Im nächsten Jahr erzielen Sie dann Zinsen auf ein höheres Kapital – der Effekt verstärkt sich mit der Zeit exponentiell. Je länger der Anlagezeitraum, desto größer der Unterschied zwischen den eingezahlten Beträgen und dem tatsächlichen Endwert.
Was ist der Zinseszins-Effekt?
Der Zinseszins ist das Kernprinzip jedes nachhaltigen Vermögensaufbaus: Erzielte Zinsen werden dem Kapital hinzugefügt und im nächsten Zeitraum selbst mitverzinst. Dieser Anlagerechner zeigt, dass sich über lange Zeiträume eine beeindruckende Wirkung entfaltet, die weit über das hinausgeht, was einfaches Sparen erreichen kann.
Ein konkretes Beispiel: Du investierst 10.000 € zu 7 % Rendite pro Jahr. Im ersten Jahr erhältst du 700 € Zinsen, dein Kapital wächst auf 10.700 €. Im zweiten Jahr werden 7 % auf 10.700 € berechnet – das ergibt 749 € statt nur 700 €. Dieser Effekt summiert sich exponentiell: Nach 30 Jahren sind aus deinen 10.000 € stolze 76.122 €geworden. Bei einfachen Zinsen ohne Wiederanlage wären es lediglich 31.000 €. Der Zinseszins erzeugt also mehr als doppelt so viel Endkapital – ohne einen einzigen Cent zusätzlich einzuzahlen.
Die Zinseszins-Formel
Die mathematische Grundlage ist einfach:
Dabei ist K₀ das Startkapital, p der Zinssatz in Prozent pro Jahr und ndie Laufzeit in Jahren. Investierst du 5.000 € zu 6 % über 20 Jahre, ergibt sich: 5.000 × (1,06)²⁰ = 16.036 €. Dein Kapital hat sich ohne weitere Einzahlungen mehr als verdreifacht. Wer zusätzlich monatlich spart, kombiniert den Zinseszins-Effekt mit regelmäßigen Einzahlungen – das Ergebnis ist noch deutlich beeindruckender.
Welcher Zinssatz ist realistisch?
Die erreichbare ETF Rendite und andere Anlagerenditen lassen sich berechnen – sie hängen stark von der Anlageform und dem eingegangenen Risiko ab:
| Anlageform | Zinssatz | Risiko |
|---|---|---|
| Tagesgeld | 3–4 % | Sehr gering |
| Festgeld | 3,5–4,5 % | Gering |
| ETF MSCI World | 7–8 % p.a.* | Mittel |
| Einzelaktien | 0–15 % | Hoch |
* Historische Durchschnittsrendite, keine Garantie für zukünftige Erträge.
Der Zeitfaktor – warum früh anfangen entscheidend ist
Kein Faktor beeinflusst das Endergebnis so stark wie die Zeit. Vergleiche zwei Personen, die beide 200 € monatlich bei 7 % Rendite sparen: Person A beginnt mit 25 Jahren, Person B erst mit 35 Jahren. Mit 65 Jahren hat Person A rund 524.000 € angespart – Person B kommt nur auf rund 243.000 €.
Dabei hat Person A nur 24.000 € mehr eingezahlt (120 Monate × 200 €), doch ihr Endvermögen ist mehr als doppelt so groß. Die früh angesparten Beträge profitieren über deutlich mehr Jahre vom Zinseszins. In den letzten Jahren einer langen Anlageperiode wächst das Vermögen durch Zinsen allein schneller, als neue Einzahlungen hinzukommen könnten. Früh anzufangen – auch mit kleinen Beträgen – ist deshalb wertvoller als später mit großen Summen zu beginnen.
Zinseszins und Inflation
Die nominale Rendite zeigt nur, wie viel Geld auf dem Konto steht – nicht, wie viel Kaufkraft dahintersteckt. Um die echte Wertsteigerung zu messen, muss die Inflationsrate abgezogen werden:
Reale Rendite ≈ Nominale Rendite − Inflationsrate
Beispiel: 7 % ETF-Rendite minus 2,5 % Inflation = 4,5 % reale Rendite jährlich.
Geldanlagen unterhalb der Inflationsrate führen trotz nominalem Wachstum zu einem realen Wertverlust. 10.000 € auf einem unverzinsten Konto sind bei 2,5 % Inflation nach 20 Jahren real nur noch rund 6.100 € wert. Für echten Vermögensaufbau sind Anlagen mit einer Rendite deutlich oberhalb der Inflationsrate daher unverzichtbar.
Tipp
Mit unserem ETF-Sparplan-Rechner – dem idealen Sparplan Rechner für monatlich sparen und Kapitalwachstum berechnen – kannst du ermitteln, wie viel du zurücklegen musst, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Zinseszins-Beispiele aus der Praxis
Abstrakte Zahlen werden erst greifbar, wenn man sie auf echte Lebenssituationen anwendet. Hier drei konkrete Szenarien, die zeigen, wie mächtig der Zinseszins wirklich ist:
Beispiel 1 – Die frühe Sparerin
Maria, 25 Jahre, spart monatlich 150 € bei 7 % p.a. bis zum 65. Lebensjahr – 40 Jahre lang. Ergebnis: rund 400.000 €. Eingezahlt hat sie nur 72.000 €. Die Zinsen machen 328.000 € aus – mehr als das Vierfache der Einzahlungen. Der Zinseszins hat Marias Geld fast sechsfach vermehrt.
Beispiel 2 – Der späte Starter
Thomas beginnt mit 40 Jahren und spart sogar doppelt so viel: 300 €/Monat bei 7 % p.a. bis 65. Trotz der höheren monatlichen Rate kommt er nur auf rund 243.000 €– deutlich weniger als Maria. Eingezahlt hat er 90.000 €. Fazit: 10 Jahre früher starten schlägt doppelt so viel sparen – immer.
Beispiel 3 – Die Einmalanlage
10.000 € Einmalanlage bei 7 % p.a. ohne weitere Einzahlungen: Nach 10 Jahren: 19.672 €. Nach 20 Jahren: 38.697 €. Nach 30 Jahren: 76.123 €. Das Kapital verdoppelt sich ungefähr alle 10 Jahre – ein Effekt, den unser Zinseszins-Rechner direkt sichtbar macht.
Zinseszins und der Zeitwert des Geldes
Kein Faktor ist beim Vermögensaufbau wichtiger als die Zeit. Der Wert des Geldes heute ist höher als der gleiche Betrag in der Zukunft – Ökonomen nennen das den Zeitwert des Geldes. Für Sparer bedeutet das: Jeden Monat früher starten lohnt sich.
Das berühmte Prinzip gilt unverändert: „Der beste Zeitpunkt zu starten war gestern. Der zweitbeste ist heute." Wer 10 Jahre früher anfängt als ein Gleichaltriger erzielt am Ende oft mehr als doppelt so viel Endkapital berechnen – obwohl er vergleichsweise wenig mehr eingezahlt hat. Früh angesparte Beträge profitieren jahrzehntelang vom Zinseszins und entwickeln eine Eigendynamik, die Nachzügler nicht einholen können.
Probiere es selbst im Szenario-Vergleich: Setze Szenario A auf „Start mit 25 Jahren, 200 €/Monat" und Szenario B auf „Start mit 35 Jahren, 400 €/Monat" – du wirst erstaunt sein, wie groß der Unterschied nach 30 Jahren ist.
Negativer Zinseszins – die Kehrseite der Medaille
Was für Ersparnisse wunderbar funktioniert, wirkt bei Schulden genauso unerbittlich – nur zu deinen Ungunsten. Schulden wachsen durch den Zinseszinseffekt exponentiell an, wenn sie nicht regelmäßig getilgt werden.
Ein konkretes Beispiel: 5.000 € Dispokredit bei 12 % p.a. ohne jede Tilgung – Nach 5 Jahren: 8.811 €. Nach 10 Jahren: 15.529 €. Eine Schuld, die sich in 10 Jahren verdreifacht hat, ohne einen einzigen Cent dazuzulegen. Die Botschaft ist klar: Schulden tilgen hat Vorrang vor dem Investieren, da der Schuldzins fast immer die erreichbare Anlagerendite übersteigt.
Wichtige Ausnahme
Niedrigzins-Verbindlichkeiten wie eine Baufinanzierung unter 3 % können parallel zu Investitionen bestehen, wenn die Anlagerendite höher ist. Diese Entscheidung sollte individuell abgewogen werden.
Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Ersatz für individuelle Steuer- oder Finanzberatung.
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